Mittwoch, 1. September 2010

Gute Nacht

Mittwoch – Tag sechs meines Trainings. Ich habe mich immer noch nicht an den Laufgedanken gewöhnt und quäle mich Morgen für Morgen aus dem Bett. Ich verfluche den Wecker, wenn er Punkt 5.30 Uhr anspringt. Die Stimmen der hochmotivierten Radiomoderatoren sind mir zu lustig. Ich bin für derartige Späße zu dieser unchristlichen Zeit nicht aufgelegt.

Vollkommen zerknirscht quäle ich mich in meine Funktionsunterwäsche und wappne mich damit gegen die unangenehme Kälte, die draußen herrscht. Alles arbeitet mechanisch, wie ferngesteuert. Mit müden Augen suche ich meine Laufschuhe, die ich gestern in irgendeine Ecke meiner Wohnung gefeuert habe. Nach einer gefühlten Ewigkeit kann ich sie immer noch nicht finden. Ist das ein Zeichen? Vielleicht will mir jemand zu verstehen geben, heute mal nicht das Haus zu verlassen, um mich einfach wieder unter die warme Decke zu kuscheln.

Der Gedanke ist mehr als verlockend. Noch immer in sportiver Unterwäsche schlüpfe ich ins Bett und überlege, ob ich diese Aktion mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Da mich kein negatives Gefühl ereilt, stelle ich den Wecker auf 7.40 Uhr. Wow, noch zwei Stunden Schlaf. Mit einem Lächeln rolle ich mich zusammen und danke still und heimlich meinen Schuhen. So kann ich mir immerhin einreden, die Treter hätten Schuld an meinem Motivationseinbruch.

Dienstag, 31. August 2010

Joggen - Aber richtig!

Joggen ist wohl doch gar nicht so einfach. Falscher Laufstil, falsches Training: Um nichts verkehrt zu machen, hier ein kurzes Video, das Aufschluss darüber gibt, welche Dinge man als Sportler zu beachten hat.


Montag, 30. August 2010

Trainingsfrust

Es ist Montag, drei Tage nach Trainingsbeginn und ich leide. Wie viel Selbstmitleid ist eigentlich gesund? Dieses Ammenmärchen, von wegen Runners-High – die natürliche Droge eines Sportlers – ist vollkommener Unsinn. Also wer sich das ausgedacht hat, versucht diese Zeit der Qual für Außenstehende nur irgendwie schmackhaft zu machen.

Und diese Lüge wird auch noch weitergetragen, damit sich die dicken Menschen schlecht und ungesund fühlen, um irgendwann der sportlichen Elite nachzueifern. An alle Couch-Potatoes und Anti-Sportler: Die sagenumwobenen Glücksgefühle, die man angeblich beim Sport bekommen soll, sind frei erfunden und entsprechen keineswegs der Realität. Luftsprunge sind hingegen beim Anblick der Waage (insofern sie denn weniger verzeichnet) oder bei der erfolgreichen Anprobe der vormals zu engen Jeans wahrscheinlicher. Jedoch ist der Weg dorthin lang und beschwerlich, ein Tal der Traurigkeit sozusagen. Und wenn man, wie ich momentan, trainiert und in der ersten Zeit keinerlei Ergebnisse absehbar sind, ist der Lohn für Anstrengung und Motivation gleich null. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Gegebenheit bald ändert!

Freitag, 27. August 2010

Sportikone

Es ist halb sechs und mein Wecker klingelt. Was vor einer Woche für mich noch unvorstellbar war, ist jetzt knallharte Realität. Nach langem Kampf gegen meinen inneren Schweinehund hab ich mich entschlossen, joggen zu gehen. Da ich weiß, dass ich mich nach getaner Arbeit nie dazu entschließen könnte, noch mal Sport zu treiben, bleibt für mich nur der frühe Morgen.

Im Sommer mag das ja noch ganz romantisch sein, zusammen mit den Vögeln aufzustehen.
Doch ich weiß, Fallen erst die Blätter von den Bäumen wird es hart für mich. Wenn der Aufwachprozess gleichsam durch die Sonne unterstützt wird, mag der Gang zum Bad nicht so schwer fallen. Ist jedoch auch jenseits der Gardine noch alles in nächtlichem Schwarz verhüllt, streikt jede Zelle gegen Aktivitäten außerhalb des Bettes. Wenn ich die ersten Wochen durchhalte, kann es allerdings durchaus passieren, dass sich eine gewisse Routine entwickelt. Für mich der einzige Weg, auch außerhalb des Sommers sportiv tätig zu werden. Doch bis sich das Gefühl einer Regelmäßigkeit eingestellt hat, dauert es sicherlich noch seine Zeit.

Wie ich diese ambitionierten Sportler auf der Straße beneide. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man sie beim Joggen beobachten. Leichten Fußes traben sie an einem vorbei und verschwinden in den nächsten Park. Wenn ich mir vorstelle, welche Figur ich dabei mache, wird mir schlecht.

Die Hauptsache ist aber, dass ich mit dem richtigen Equipment erst mal von weniger straffen Oberschenkeln und einem rotem Scheißgesicht ablenken kann. Dazu habe ich mir also atmungsaktive Sportler-Kleidung und einen stylisch aussehenden Sport-Bh zugelegt. Wenn ich schon keine richtige Joggerin bin, so werde ich wenigstens standesgemäß gekleidet sein. Und das ist, meines Erachtens, auch schon mal viel wert.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Gute Nacht
Mittwoch – Tag sechs meines Trainings. Ich habe...
youmethree - 1. Sep, 10:37
Joggen - Aber richtig!
Joggen ist wohl doch gar nicht so einfach. Falscher...
youmethree - 31. Aug, 12:38
Trainingsfrust
Es ist Montag, drei Tage nach Trainingsbeginn und ich...
youmethree - 30. Aug, 15:31
Sportikone
Es ist halb sechs und mein Wecker klingelt. Was vor...
youmethree - 27. Aug, 14:03

Links

Suche

 

Status

Online seit 629 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 11. Feb, 12:09

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren